Um 1.00 Uhr in der Frühe starteten die 48 Sänger/innen und ihre 10 Begleiter mit dem Bus nach Hannover um von dort über Palma de Mallorca nach Malaga zu fliegen. Mit einem Bustransfer gelangten sie zum Austragungsort des 37. Pueri-Cantores Kongresses in Granada, am Fuße der „Sierra Nevada“. Im zentral gelegenen Hotel Melia bezogen die Reisenden ihr Quartier. Der Ankunftstag stand ganz unter dem Motto der ruhigen Akklimatisierung, denn 39 Grad und Sonnenschein mussten erst einmal verkraftet werden. Nach einer ausgiebigen Siesta standen das Abendessen und eine erste Erkundungstour durch Granada auf dem Programm, die für einige Reiseteilnehmer in einer gemütlichen Fiesta endete.
Bevor am Mittwoch der Kongress offiziell eröffnet wurde, konnten die Kinder und Jugendlichen Granada in kleinen Gruppen auf eigene Faust erkunden. Dabei erfreuten sich vor allem die vielen kleinen Geschäfte großer Beliebtheit. Gegen Abend startete die Gruppe – mit Kongress-T-Shirts, Strohhüten und Fächern vom Pueri-Cantores Verband ausgestattet – zur Stierkampfarena „Plaza de Toros“, in der die Eröffnungsfeier stattfand.
Der offizielle Teil dieser Veranstaltung wurde mit einem Wortgottesdienst und einer typisch andalusischen Prozession einer Reliquie und einer Statue des Heiligen Dominikus Savio, seit 1956 Schutzpatron der Pueri-Cantores, gestaltet. Zum Rahmenprogramm gehörten Einblicke in den Flamenco-Tanz und die spanische Pferdedressur sowie ein buntes Animationsprogramm mit Tanz- und Popmusik.
Der zweite Kongresstag begann mit einer nationalen Messe, zu der alle deutschsprachigen Chöre in der großen Kathedrale von Granada zusammenkamen. Gemäß dem Kongress-Motto: „Congregare in unom“ wurden Chöre aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Einheit versammelt. Der Gesang, der während des nationalen Gottesdienstes aus 1.500 deutschsprachigen Kehlen erklang, vermittelte ein großes Gemeinschaftsgefühl und verursachte sogar bei 40 Grad Celsius eine Gänsehaut. Nach einer langen Siesta stand am Abend die Besichtigung der Alhambra auf dem Programm. Die größte Touristenattraktion Granadas zog auch die Wiedenbrücker Kinder und Jugendlichen in ihren Bann. Während der rund zweistündigen Führung erfuhren sie, dass es sich bei der Alhambra um eine riesige Festung handelt, die zu Beginn des 11. Jahrhunderts von den muslimischen Herrschern gebaut wurde. Sie wird aufgrund ihrer Größe auch als eine eigene Stadt bezeichnet.
Beim Friedensgebet am folgenden Tag war der Kinder- und Jugendchor an St. Aegidius zum Favoritenchor ernannt worden. Unter der Leitung des Wiedenbrücker Kantors Jürgen Wüstefeld sangen acht Chöre aus der Ukraine, Spanien, Frankreich, Österreich und Deutschland in der Sto. Ángel Custodio für den Frieden in der Welt. Die anschließende Siesta nutzen die Reiseteilnehmer zur Erholung und zum Kräftesammeln für das Sternkonzert am gleichen Abend. In der San Juan de Dios, deren goldene Ausstattung dem Chor den Eindruck vermittelte, in einem Schmuckkästchen zu singen, konnten die Sängerinnen und Sänger einige Stücke aus ihrem Repertoire vortragen. Dazu gehörten das Kyrie und Agnus dei aus der „Peace Mass“ von Bob Chilcott sowie „O praise God in his holiness“ von Henry Purcell. Begleitet wurden die Sänger/innen von der mitgereisten Organistin Barbara Pawelczik aus Gütersloh.

Granada 2012
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Die Chöre „Manécanterie de Notre-Dame de la Joie“ aus Condé sur Noireau (Region Basse-Normandie) und „In Dulci Jubilo“ aus Fagagna (Region Udine) brachten ebenfalls einige Kostproben aus ihrem Programm zu Gehör. Beim anschließenden gemeinsamen Imbiss konnten Kontakte zu der französischen und italienischen Chorgruppe geknüpft werden.
Der vorletzte Kongresstag begann traditionsgemäß mit der Probe für den Abschlussgottesdienst. In der Kathedrale von Granada trafen sich alle 86 Chöre mit ihren 2.744 Sängerinnen und Sängern zur gemeinsamen, anstrengenden Abschlussprobe. Mit den ersten Takten des „Halleluja“ von G. F. Händel waren alle wieder bei der Sachen. Keinen Sänger und keine Sängerin hielt es auf den Sitzen – im Stehen wurde dieses Werk mit voller Konzentration und zur Freude aller gesungen. Danach hatten die Mädchen und Jungen aus Wiedenbrück Zeit zur freien Verfügung. Für den Abend hatte der Förderverein der Kinder- und Jugendchöre an St. Aegidius Karten für das heißbegehrte Galakonzert organisiert.
Zum Abschluss des Pueri-Cantores Kongresses fanden sich alle Chöre nochmals in der Kathedrale von Granada ein. Aus der Wiedenbrücker Chorgemeinschaft durften drei Messdiener und eine Fürbitten-Lektorin gestellt werden. Mit der Aufgabe, den Frieden Gottes singend in die Heimat zu tragen, wurden die Teilnehmer auf die Heimreise geschickt. Zum Abschluss des Gottesdienstes wurde der 37. Pueri-Cantores-Kongress beendet und gleichzeitig zu dem Kongress in Paris (2014) eingeladen. Die Wiedenbrücker Chorgemeinschaft stärkte sich mit einem Lunch-Paket und startete dann zur Heimreise per Bus mit einem Erholungsaufenthalt in der Partnerstadt Palamos.

Palamos 2012
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37. Internationaler Pueri-Cantores-Kongress in Granada (2012)